AccessCity4All – Gemeinsam Ideen für eine bessere Erreichbarkeit entwickeln

Am 6. Juli 2026 trafen sich im Grätzllabor Liesing 15 Personen aus Liesing und Favoriten, die zuvor bereits an Interviews, Befragungen oder Interview-Spaziergängen im Rahmen des Forschungsprojekts AccessCity4All der Österreichischen Akademie der Wissenschaften teilgenommen hatten. Nach einer kurzen Vorstellung der wichtigsten bisherigen Erkenntnisse arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen an der Frage, was es in ihren Grätzln für eine bessere Erreichbarkeit noch braucht. Die gesammelten Ideen wurden anschließend gemeinsam diskutiert und priorisiert.

Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der Mobilität mit Bus, U-Bahn, S-Bahn, Fahrrad, zu Fuß und mit dem Auto. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zugänglichkeit für alle Menschen. Genannt wurden unter anderem barrierefreie Wegverbindungen, Ampelintervalle, die den Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzer:innengruppen gerecht werden, sowie attraktive Intervalle und bessere tangentiale Verbindungen im öffentlichen Verkehr.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass für das subjektive Erreichbarkeitsempfinden auch die Gestaltung des öffentlichen Raums und das Zusammenleben wesentlich sind. Konsumfreie Aufenthaltsorte, Begrünung, Schatten und ausreichend Sitzmöglichkeiten waren dabei besonders wichtige Punkte. Beim Zusammenleben wurde der Umgang mit möglichen Nutzungskonflikten genannt, etwa zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Auch die Aktivierung leerstehender Flächen sowie innovative Ansätze für Umnutzung und Flächenrecycling wurden diskutiert.

Der Austausch zeigte einmal mehr, wie wertvoll die Sichtweisen der Bewohner:innen für die Entwicklung konkreter Maßnahmen sind. Die Menschen vor Ort wissen sehr genau, was in ihrem Grätzl fehlt, und haben dabei nicht nur die eigenen Bedürfnisse im Blick. Die Priorisierung der Vorschläge machte außerdem sichtbar, dass es nicht die eine Lösung gibt. Vielmehr braucht es viele kleine Maßnahmen, die gemeinsam zu einer besseren Erreichbarkeit und höheren Aufenthaltsqualität beitragen.

Der Austausch bot zugleich Einblicke in die oft langen Planungsprozesse und die Komplexität von Zuständigkeiten. Die Teilnehmenden ermutigten Politik und Verwaltung, auch über Verzögerungen offen zu kommunizieren, da diese Transparenz das Verständnis für die dahinterliegenden Prozesse fördert.

Die Ergebnisse des Workshops werden nun von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit den Erkenntnissen aus den anderen Projektstädten verdichtet. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen werden anschließend an die Stadt Wien weitergegeben. Vielen Dank an alle Beteiligten für den spannenden und gewinnbringenden Austausch!

Hinweis: Dieser Beitrag stammt von Bürger:innen, die sich im Aktionsprogramm Grätzloase engagieren. Für die Inhalte sind die Bürger:innen daher selbst verantwortlich. 

Hinweis: Dieser Beitrag stammt von Bürger:innen, die sich im Grätzllabor engagieren. Für die Inhalte sind die Bürger:innen daher selbst verantwortlich. 

C AccessCity4All_Johannes Richter