In vielen Straßen der Wieden fehlt es an Begrünung. Oft wird dieser Mangel im Alltag kaum mehr wahrgenommen. Genau hier setzen Christine und Martin mit dem Projekt „Tree Love“ an. Ihr Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sehr Bäume im öffentlichen Raum fehlen und gleichzeitig Bewusstsein für ein grüneres Grätzl zu schaffen.
„Es ist so, dass den Leuten das gar nicht auffällt … und wir wollten darauf aufmerksam machen, dass man es auch verändern kann“, sagen sie über ihre Motivation.
„Tree Love“ verbindet Kunst und Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der öffentliche Raum in dicht bebauten Bezirken wie der Wieden anders genutzt werden kann. Statt Parkplätzen und Durchzugsverkehr rücken Bäume, Schatten und Aufenthaltsqualität in den Fokus.
Ein sichtbares Beispiel dafür war die „Parade der Bäume“, die im Rahmen der Wiener Festwochen 2025 stattfand und vom Aktionsprogramm Grätzloase unterstützt wurde. Mit Baumkostümen und großen, mobilen „Ballonbäumen“ zog die Aktion durch den Bezirk und zeigte, wie sich Begrünung auf den Straßenraum auswirken kann. „Wir sind hingegangen und haben gesagt: Nein, das ist keine Demonstration – das ist Kunst“, beschreiben Christine und Martin ihren Ansatz.
Der Kern des Projekts liegt darin, Aufmerksamkeit zu schaffen und zum Handeln zu ermutigen. „Wir wollten den Leuten vor Augen führen, dass Bäume fehlen und, dass sie sich selbst welche wünschen sollten“, erklären sie.
Wichtig ist dabei vor allem, dranzubleiben: „Wenn man etwas bewegen will, dann muss man auch was tun dafür“, sagen sie. „Der öffentliche Raum kann mehr, als er derzeit zeigen darf.“
„Tree Love“ versteht sich nicht als Einzelprojekt, sondern als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten. Die entwickelten Ideen und Materialien können auch in anderen Bezirken aufgegriffen und Impulse für mehr Begrünung in ganz Wien entstehen.
Wer selbst aktiv werden und das eigene Grätzl mitgestalten möchte, findet im Rahmen der Grätzllabore oder des Aktionsprogramms Grätzloase Unterstützung bei der Umsetzung von Ideen – von ersten Konzepten bis hin zu konkreten Projekten im öffentlichen Raum.
Lust mitzumachen? Die Stadt gehört euch – macht was draus!