Wie verändert sich ein Grätzl, wenn Menschen ihre Ideen einbringen und gemeinsam dranbleiben? Bei unserem Besuch in der Landstraße wurde genau das sichtbar: an Parks, Straßen, Hochbeeten, Grätzloasen und kleinen Orten, die den Alltag im Bezirk angenehmer machen.
Cornelia Sucher, Vorstandsvorsitzende der Lokalen Agenda 21 Wien, ist regelmäßig mit uns in Wiens Grätzln unterwegs. Dabei lernt sie Projekte, engagierte Menschen und neue Ideen direkt vor Ort kennen. Diesmal führte die gemeinsame Runde mit dem Grätzllabor Landstraße durch den 3. Bezirk.
Vom Kardinal-Nagl-Park bis zur Landstraßer Hauptstraße
Der Rundgang startete am Kardinal-Nagl-Platz. Der angrenzende Park wurde 2022 neu gestaltet. Grundlage dafür war ein Beteiligungsprozess mit vielen Rückmeldungen aus dem Grätzl. Entstanden ist ein Ort, der heute mehr Möglichkeiten zum Verweilen, Bewegen und Zusammenkommen bietet.
Weiter ging es zur Landstraßer Hauptstraße. Sie ist eine der wichtigsten Alltagsstraßen im Bezirk: Menschen kaufen hier ein, gehen zur Arbeit, steigen um, fahren mit dem Rad oder sind zu Fuß unterwegs. Im Beteiligungsprozess „Landstraße bewegt“ wurden die Sichtweisen von Bewohner:innen, Besucher:innen, Arbeitnehmer:innen und Gewerbetreibenden gesammelt. Viele wünschten sich mehr Begrünung, mehr Schatten, bessere Bedingungen für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen sowie mehr konsumfreie Aufenthaltsorte.
Heute ist sichtbar: Die Landstraßer Hauptstraße verändert sich Schritt für Schritt. Der neue Radweg ist ein Beispiel dafür, wie aus Gesprächen und Rückmeldungen konkrete Veränderungen im Straßenraum entstehen können.
Mehr Grün und mehr Aufenthalt im Fasanviertel
Mit dem Bus ging es weiter ins Fasanviertel. Der Palettengarten Lotte-Lang-Platz bringt Farbe, Pflanzen und nachbarschaftliches Garteln in den öffentlichen Raum. Er lädt Menschen dazu ein, sich zu beteiligen, gemeinsam zu pflegen und den Platz kühler und lebendiger zu machen.
Auch auf der S-Bahn-Überplattung beim Fasanplatz wurde an mehr Aufenthaltsqualität gearbeitet. Neue Hochbeete mit Wildblumen, Bewässerung, verbesserte Sitzbänke und bepflanzte Flächen machen den Ort angenehmer, besonders an heißen Tagen. So entsteht dort, wo früher vor allem Durchgang und Parkplätze waren, mehr Raum zum Sitzen, Garteln und für kurze Pausen im Alltag.
Zwei Grätzloasen, die zeigen, was vor der Haustür möglich ist
Zum Abschluss wurden zwei Grätzloasen im Fasanviertel besucht.
Die Grätzloase „Man bringe den Spritzkrug“ in der Gerlgasse ist ein offener, konsumfreier Treffpunkt. Menschen setzen sich kurz hin, plaudern miteinander oder verbringen Zeit vor der Haustür. Der Ort wird von Nachbar:innen getragen und zeigt, wie ein kleiner Bereich im Straßenraum zu einem angenehmen Platz im Alltag werden kann.
Die Rad.Service.Oase in der Oberen Bahngasse verbindet Aufenthalt und praktische Nutzung. Das begrünte Parklet ist Treffpunkt für die Nachbarschaft und wird um eine Radservicestation erweitert. Damit entsteht ein Ort, an dem Menschen auch ihr Fahrrad reparieren oder aufpumpen können.
Was bleibt vom Rundgang?
In der Landstraße gibt es viel zu entdecken: umgestaltete Parks, neue Wege, Hochbeete, Grätzloasen und Orte, an denen Menschen gemeinsam etwas verändern.
Was alle Stationen verbindet: Die Ideen kommen aus dem Grätzl. Bewohner:innen, Projektgruppen und Grätzlmacher:innen sehen, was im Alltag fehlt oder besser funktionieren könnte. Gemeinsam mit dem Grätzllabor, dem Bezirk und weiteren Partner:innen werden daraus konkrete Schritte.
So wird aus einer Idee ein Platz zum Sitzen.
Aus einer Rückmeldung ein neuer Weg.
Aus einem Parkplatz ein Ort, den viele nutzen.
Wer mit offenen Augen durch die Landstraße geht, sieht: Hier tut sich was.
>> Neugierig geworden? Auf der Website des Grätzllabor Landstraße gibt es noch mehr Projekte und Einblicke aus dem Bezirk.






