Wie fühlt sich die Wimbergergasse an, wenn man zu Fuß unterwegs ist?
Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Gut zu Fuß in Wien 7 – Sitzen und Verweilen rund um die Wimbergergasse“, zu der das Grätzllabor Neubau gemeinsam mit dem Verein Walk Space Anfang November eingeladen hatte.
Der Workshop startete in den Räumen des Gymnasiums Kandlgasse, anschließend ging es zu einer gemeinsamen Begehung hinaus in die Wimbergergasse. Ziel war es, konkrete Vorschläge für mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu entwickeln und gemeinsam zu überlegen, wie ein paar zusätzliche Bänke, Bäume oder schattige Ecken das Leben in der Wimbergergasse verbessern könnten.
Einen besonderen Input brachte Sophia Thiel von der Initiative Geht Doch ein. Sie stellte die „Potenzialkarte Sitzgelegenheiten“ vor – ein Projekt, das in Kooperation mit der Radlobby Wien und Walk Space entwickelt wurde. Auf der Plattform geht-doch.wien können Bürger:innen dokumentieren, wo es Sitzgelegenheiten gibt – und wo sie fehlen.
Straßenraum gemeinsam gestalten
Sitzgelegenheiten sind mehr als nur Möbel im öffentlichen Raum. Ob zum Warten, Rasten, Plaudern oder einfach nur zum Innehalten: Sitzmöglichkeiten sind kleine Orte des sozialen Lebens. Sie machen Wege für mobilitätseingeschränkte Menschen zugänglich und schaffen Begegnungspunkte.
Doch damit der öffentliche Raum wirklich zum Verweilen einlädt, braucht es mehr als gute Bänke. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit dem, was drumherum passiert: belebte Erdgeschoßzonen, schattige Grünflächen, Sicherheit. Erst diese Mischung macht das Zu-Fuß-Gehen angenehm – und den Straßenraum zu einem Ort, an dem man gerne verweilt.
Viele Blickwinkel – ein Ziel: Mehr Raum für Menschen
Bei der anschließenden Begehung durch das Grätzl brachten Anrainer:innen und Lehrer:innen der Kandlgasse ihre Erfahrungen und Ideen ein. Dabei wurde deutlich, wie viele kleine, aber wirkungsvolle Impulse es für Verbesserungen rund um die Wimbergergasse gibt. So wurde etwa angemerkt, dass an einem sonnigen Platz Fahrradbügel den Raum blockieren, wo eigentlich ein Sitzplatz gut passen würde. Mehr Bäume, mehr Schatten und konsumfreie Sitzgelegenheiten wurden ebenso mehrfach gewünscht. An anderen Stellen könnten sich Grätzloasen gut machen, vorausgesetzt, es finden sich Menschen, die sie regelmäßig betreuen.
Auch sichere Querungen wurden als wichtiges Thema genannt. Für den Schulvorplatz an der Ecke Wimbergergasse/Kandlgasse gibt es bereits erste Ideen. Eine eigene Infoveranstaltung der Schule dazu ist für Mitte Jänner 2026 geplant.
All diese Hinweise zeigen, wie viel Wissen, Erfahrung und Engagement in der Nachbarschaft steckt – und wie wertvoll es ist, dieses Potenzial gemeinsam zu nutzen.
Wimbergergasse als Modell für die 7-Minuten-Stadt
Die Veranstaltung ist eingebettet in eine größere Vision: Neubau will zur 7-Minuten-Stadt werden – also ein Ort, an dem alles Wesentliche in kurzer Distanz erreichbar ist. Damit das gelingt, braucht es Plätze zum Gehen, Sitzen, Spielen und Begegnen. Der Entwicklungsplan Öffentlicher Raum gibt dafür den Rahmen vor: mit Fokus auf Begrünung, Aufenthaltsqualität, barrierefreie Wege und klimagerechte Mobilität.
Auch das Grätzllabor Neubau versteht sich als Impulsgeber für diese Transformation – und als Plattform, wo Menschen ihre Ideen direkt einbringen können.
Jetzt seid ihr gefragt!
Ihr kennt einen Ort im Bereich der Wimbergergasse, wo noch ein Bankerl fehlt? Euch fällt ein schattiger Platz ein, der besser genutzt werden könnte? Oder ihr wollt einfach wissen, wie es mit den Ideen weitergeht?
👉 Dann schreibt uns gerne unter neubau@la21wien.at
Wie geht es weiter?
Der Verein Walk Space wird bis Ende des Jahres weitere Beobachtungen im Gebiet durchführen und auf Basis aller Rückmeldungen einen Maßnahmenkatalog erstellen. Dieser wird anschließend mit dem Bezirk abgestimmt. Ziel ist es, erste Verbesserungen möglichst zeitnah auf den Weg zu bringen – idealerweise schon im kommenden Jahr.





