Im Mai 2025 hat sich eine neue Projektgruppe rund um engagierte Eltern der Volksschule Stiftgasse gegründet: Grünes Foyer Stiftgasse. Ihr gemeinsames Ziel: den öffentlichen Raum vor der Schule – und im nächsten Schritt auch den Schulhof selbst – in einen klimaresilienten, konsumfreien und pädagogisch wertvollen Freiraum zu verwandeln. Einen Ort, der Lernen, Spielen, Erholen und Nachbarschaft gleichermaßen stärkt.
Die Gruppe knüpft an das Modellprojekt „Kulturbalkon – Das Grüne Foyer“ an. Der schulische Vorraum soll als erweiterter Bildungsraum verstanden werden, in dem Bewegung, Kreativität, Naturerfahrung und soziale Teilhabe sichtbar und selbstverständlich werden. Schule und Stadt sollen näher zusammenrücken, Kinder sollen mehr Mitsprache haben, und ihre Bedürfnisse sollen räumlich sichtbar werden.
Damit diese Transformation gelingt, werden Kinder, Pädagog:innen, Anrainer:innen und lokale Akteur:innen von Beginn an in den Prozess eingebunden. Denn gute Räume entstehen nur gemeinsam.
Workshop 1: Die Kinder erobern die Straße zurück
Im Juni fand der erste große Workshop mit den Schüler:innen statt – und er wurde ein voller Erfolg. Für einen Tag wurde die Stiftgasse vor der Schule temporär für den Durchfahrtsverkehr gesperrt. Die Kinder nahmen die gewonnene Fläche innerhalb von Minuten an und verwandelten sie in einen lebendigen Bewegungs- und Spielraum.
Im Workshop zeichneten, malten und schrieben die Kinder, was sie sich für ihr Umfeld wünschen – oder genauer: was ihr Fantasietier braucht, um sich im Schulvorfeld wohlzufühlen. Dieser offene Zugang erzeugte eine beeindruckende Vielfalt an Ideen:
- Baumhäuser, erhöhte Plattformen und mehrstöckige Spielräume
- Höhlen, Nester und Rückzugsorte
- Wasserstellen, Schattenplätze, Kletter- und Ruhebereiche
- Begrünte Zonen und Elemente, die das Mikroklima verbessern
Die Kinder dachten bewusst dreidimensional, was verdeutlicht, wie viel Potenzial sowohl der Vorplatz als auch der Schulhof haben.
Workshop 2: Pädagogische Perspektiven – Lärm, Hitze, Platz und die Bedeutung des Schulhofs
Der Workshop mit den Pädagoginnen zeigte ein ebenso klares Bild der aktuellen Herausforderungen:
- Der Lärmpegel auf der Stiftgasse ist hoch und belastet Unterricht wie Pausen.
- Der Platz ist knapp, sowohl vor der Schule als auch im Schulhof selbst.
- In den Klassenräumen wird es immer heißer, besonders im Sommer.
Um dieser Hitze zu entkommen, weicht das Team immer häufiger in umliegende Grünräume aus – etwa in Parks oder den Pfarrgarten, die wichtige Rückzugs- und Lernorte im Freien geworden sind.
Die Pädagog:innen betonten daher vor allem den Bedarf an:
- Mehr Beschattung und natürlichen Abkühlungsmöglichkeiten
- Mehr Begrünung, die das Mikroklima verbessert
- Flexiblen, multifunktionalen Flächen, die den Unterricht stärker nach draußen holen können
- Und ganz konkret: einer verbesserten Schulhofgestaltung, die den Kindern unmittelbar zugutekommt
Der Schulhof wurde dabei als großer, bisher noch nicht ausreichend genutzter Hebel identifiziert: Ein Ort, an dem schon mit vergleichsweise kleinen Maßnahmen viel Positives für den Alltag der Schulgemeinschaft erreicht werden kann.
Wohin wir gemeinsam gehen
Die Projektgruppe Grünes Foyer Stiftgasse arbeitet nun an weiteren Formaten, die Kinder, Pädagog:innen, Eltern und Nachbarschaft zusammenbringen. Ein wichtiger Antrieb ist es, die erhobenen Bedürfnisse gut an die zuständigen Stellen bei Bezirk und Stadt zu kommunizieren und gemeinsam den Entwicklungsprozess zu gestalten. Ziel ist ein ganzjährig nutzbarer Erlebnis-, Bewegungs-, Lern- und Erholungsraum, der sowohl pädagogische als auch öffentliche Qualitäten vereint – vom Vorplatz bis in den Schulhof hinein.
Schritt für Schritt soll hier ein Raum entstehen, der zeigt, wie Schule und Stadt voneinander profitieren, wenn sie gemeinsam denken und gestalten.
Mach mit!
Habt ihr Ideen, wie sich Bildung, Klimaresilienz und öffentlicher Raum noch besser verbinden lassen?
Wollt ihr euch einbringen oder über die nächsten Schritte informiert werden?
Wir freuen uns über alle Menschen, die mitdenken und mitgestalten möchten.


