Karte: Wo es heiß wird – und wo Abkühlung wartet
Sowohl beim Vernetzungstreffen als auch beim Nachbarschaftstag war unser großer Luftbildteppich der Inneren Stadt mit dabei. Wir haben euch gebeten, Orte zu markieren, an denen es besonders heiß ist und solche, an denen ihr gerne Abkühlung sucht oder findet. Die Auswertung zeigt: Hitze ist kein gleichmäßig verteiltes Phänomen. Auf der Karte seht ihr jetzt die Cluster der von euch markierten Orte. Vielen Dank für euren Input!
Sommer 2025: Heiß in den Zahlen, kühl im Gefühl
Dass Hitze längst kein Ausnahmezustand mehr ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen & Fakten. Der Sommer 2025 geht laut GeoSphere Austria als einer der heißesten in die Statistik ein und erreicht Platz acht seit Beginn der Messungen vor über 250 Jahren. Auch heuer war der Sommer also überdurchschnittlich warm, auch wenn er sich für viele gar nicht so sommerlich angefühlt hat. Das liegt unter anderem daran, dass der Juli ziemlich trüb und regnerisch war. Dazu kommt der Vergleich mit dem Vorjahr: Sommer 2024 bleibt unvergessen als der heißeste überhaupt, mit wochenlangen Hitzeperioden. 52 Hitzetage und 53 Tropennächte wurden im letzten Jahr in Wien gezählt. Neuer Rekord!
Aber was ist eigentlich ein Hitzetag? Ein Hitzetag ist ein Tag, an dem die Temperatur über 30 °C steigt. Bei einer Tropennacht sinkt das Thermometer nicht unter 20 °C. Das ist eine Belastung für Körper und Kreislauf, vor allem für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder oder Menschen mit chronischen Erkrankungen (mehr Infos dazu findet ihr auch in unserem letzten Newsbeitrag).
Warum ist es in der Stadt besonders heiß?
Die sogenannte städtische Wärmeinsel ist ein bekanntes Phänomen: In dicht bebauten Gebieten wie der Inneren Stadt ist es oft deutlich wärmer als im Umland, besonders in der Nacht. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Asphalt, Beton und Gebäudeflächen speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts langsam wieder ab.
- Grünflächen und Wasser fehlen vielerorts – dadurch bleibt die natürliche Kühlung durch Verdunstung aus.
- Enge Bebauung behindert die Luftzirkulation, was dazu führt, dass sich die Hitze staut.
- Abwärme von Verkehr, Klimaanlagen und Infrastruktur verstärkt die Aufheizung zusätzlich.
Was hilft gegen die Hitze?
Es gibt viele Maßnahmen, die helfen, das Stadtklima zu verbessern und die Lebensqualität an heißen Tagen zu erhalten oder sogar zu steigern.
🌳 Mehr Grün in die Stadt
Grünflächen und Pflanzen wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und verbessern das Mikroklima.
- Bäume spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung (Verdunstungskälte).
- Anlage von kleinflächigen Grünflächen & Begleitgrün
- Dach- und Fassadenbegrünung senkt die Oberflächentemperatur und verbessert das Mikroklima
🧊 Schatten und Wasserelemente schaffen Aufenthaltsqualität
Gerade im dicht bebauten öffentlichen Raum braucht es Orte zum Durchatmen:
- Beschattete Gassen und Plätze reduzieren die gefühlte Temperatur deutlich.
- Sitzmöglichkeiten im Schatten, z. B. durch Parklets oder Begrünung, laden zum Verweilen ein und sind besonders wichtig für vulnerable Gruppen
- Wasserelemente wie Nebeldüsen, Brunnen oder Wasserspiele sorgen für Abkühlung
- Trinkbrunnen bieten zusätzlich wichtige Versorgung an heißen Tagen.
☀️ Oberflächen clever gestalten
Auch Bodenbeläge beeinflussen das Mikroklima erheblich:
- Helle Materialien heizen sich weniger stark auf und strahlen weniger Wärme ab.
- Entsiegelte Flächen (z. B. Rasenflächen) heizen sich weniger stark auf als Asphalt. Außerdem kann Wasser versickern.
Was können wir gemeinsam tun?
Die Hitzesommer sind da und sie bleiben. Auch kleine Maßnahmen können zusammen eine große Wirkung entfalten. Wenn ihr Ideen habt, wie die Stadt grüner, kühler und noch lebenswerter werden kann, meldet euch bei uns und bringt euch ein! Gemeinsam gestalten wir eine Stadt, die auch in Zukunft lebenswert bleibt.
Aktuelle Termine findet ihr wie immer auf unserer Website, im Newsletter und auf unseren Social-Media-Kanälen.


