Wie können Städte lebenswerter und klimafitter werden? Welche Maßnahmen tragen dazu bei, Umwelt, Mobilität und Stadtentwicklung nachhaltig zu gestalten? Mit diesen Fragen im Gepäck machte sich die Projektgruppe Freihausviertel Mitte Juni auf den Weg nach Klosterneuburg. Die Exkursion wurde über das Grätzlbudget Wieden 2026 ermöglicht und bot zahlreiche spannende Einblicke sowie Anregungen für die Zukunft der Wieden.
Ein Blick über den Tellerrand
Klosterneuburg liegt direkt an der Wiener Stadtgrenze und setzt seit Jahren unterschiedliche Projekte in den Bereichen Klimaschutz, Mobilität und Stadtentwicklung um. Für die Projektgruppe war das eine ideale Gelegenheit, sich mit Verantwortlichen der Stadt auszutauschen und Ideen kennenzulernen, die auch für die Wieden interessant sein könnten.
Klimafitte Stadtentwicklung im Fokus
Nach der gemeinsamen Anreise wurde die Gruppe herzlich im Rathaus empfangen und erhielt einen umfassenden Einblick in die Zukunftsstrategien der Stadt. Im Rahmen mehrerer Fachvorträge stellten Expert unterschiedliche Schwerpunkte vor.
Die Stadtplanung präsentierte das Stadtentwicklungskonzept STEK 2030+ sowie Maßnahmen für eine klimafitte Bebauung. Besonders interessant waren verpflichtende Dachbegrünungen bei Flachdächern, eine zurückhaltende Siedlungsentwicklung und neue Vorgaben für die Gestaltung von Parkplätzen.
Auch die Mobilität spielte eine wichtige Rolle. Vorgestellt wurden unter anderem Tempo-30-Zonen auf Gemeindestraßen, das Stadtbus- und Stadttaxi-Angebot, Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs sowie eine Gehzeitkarte und Sharing-Angebote für E-Bikes und E-Scooter.
Im Bereich Klimaschutz wurden zahlreiche bereits umgesetzte oder geplante Maßnahmen präsentiert – von Photovoltaik und Fernwärme über LED-Umrüstung und Energiegewinnung aus Abwasser bis hin zu Biogas und Energiesparmaßnahmen.
Lernen durch Anschauen
Besonders spannend war der anschließende Stadtspaziergang. Gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadt konnten die Teilnehmenden Projekte direkt vor Ort besichtigen.
Ein Beispiel war ein neu gestalteter Parkplatz: Statt großer Asphaltflächen sorgen versickerungsfähige Pflasterungen dafür, dass Regenwasser gesammelt und in begrünten Beeten zurückgehalten wird. Solche Lösungen tragen dazu bei, Hitzeinseln zu reduzieren und Regenwasser sinnvoll zu nutzen – ein Thema, das auch für dicht bebaute Bezirke wie die Wieden zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Ideen für die Wieden
Neben den fachlichen Informationen bot die Exkursion vor allem Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Fragen konnten direkt mit den Expert diskutiert werden, wodurch viele praktische Erfahrungen vermittelt wurden.
Mit zahlreichen neuen Eindrücken im Gepäck trat die Projektgruppe am Nachmittag die Heimreise an. Die gesammelten Erkenntnisse werden beim nächsten Gruppentreffen im Herbst gemeinsam ausgewertet und iweiterbearbeitet.
Die Exkursion zeigt, welchen Mehrwert das Grätzlbudget Wieden schafft: Es ermöglicht engagierten Bewohner:innen, neue Perspektiven kennenzulernen, voneinander zu lernen und Ideen für eine lebenswerte, klimafitte und zukunftsorientierte Wieden mitzunehmen.
Wir bedanken uns herzlich bei der Stadtgemeinde Klosterneuburg für den offenen Austausch und das spannende Programm!



