Semperstraße: Ergebnisse der Zählungen

Was ist los auf der “unteren” Semperstraße? Wie viele Menschen sind zwischen Gentzgasse und Währinger Park zu Fuß, im Auto oder mit dem Fahrrad unterwegs? Im Rahmen des Projekts Citizen Science im Währinger Osten hat die Projektgruppe Zukunft am Währinger Gürtel Verkehrsdaten erhoben und mit Hilfe des Verkehrsplanungsbüros komobile neue Erkenntnisse in der Auswertung gefunden.

Wichtige Fußverbindung und Rad-Achse

An vier Werktagen erhoben aktive Bürger*innen im Herbst 2025 die Verkehrsteilnehmenden entlang der Semperstraße. Zu jeweils gleichen Zeiten wurde an den Kreuzungen mit der Gentzgasse, Michaelerstraße, Sternwartestraße und Anastasius-Grün-Gasse gezählt. So wurden alle Verkehrsteilnehmenden jeweils morgens von 06:45 bis 09:00 Uhr, mittags von 12:30 bis 14:30 Uhr und am späten Nachmittag von 16:15 bis 18:30 Uhr in alle Richtungen erfasst. Zu-Fuß-Gehende, Radfahrende, einspurige Kraftfahrzeuge (Motorräder), Pkws (Autos), Linienbusse und LKW (Lastkraftwägen) fanden in die Erhebung Einzug.

4 Abschnitte, 4 Zähltage, jeweils über 6 Stunden

Ziel war herauszufinden, wie stark die Semperstraße zwischen Gentzgasse und Währinger Park von welchen Verkehrsteilnehmenden genutzt wird. Um diese vergleichen zu können, wurden Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende jeweils als eine Person gezählt, genauso wie einspurige Kraftfahrzeuge und Lastwägen. Für einen Pkw wurden durchschnittlich 1,2 Personen und für einen Linienbus 16 Personen angenommen.

An 2 Punkten überwiegt die aktive Mobilität, bei 2 anderen ist sie überraschend stark

Laut Verkehrsexpert*innen macht die Zählung deutlich, wie wichtig die Semperstraße für Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende ist. In Summe wurden an den insgesamt vier Zähltagen mit jeweils 6,5 Stunden 7.835 Personen zu Fuß oder mit dem Rad erfasst. Auf Höhe Anastasius-Grün-Gasse und Michaelerstraße übertrifft die aktive Mobilität (Fuß- und Radverkehr) den motorisierten Individualverkehr (Pkws und einspurige Kraftfahrzeuge). Auf Höhe Sternwartestraße ist sie mit rund 2.450 und Höhe Gentzgasse mit 2.691 Personen sehr stark vertreten (siehe Bild).

Auffällig war, dass in der Früh circa gleich viele Personen sowohl stadteinwärts Richtung Osten, als auch stadtauswärts Richtung Westen unterwegs waren. Am Abend waren jedoch fast doppelt so viele Personen in Richtung Westen stadtauswärts unterwegs. Ein erhöhtes Pkw-Aufkommen bei der Kreuzung Michaelerstraße am späteren Nachmittag (im Vergleich zu Kreuzung Gentzgasse) könnte auf die Ausfahrt von Pkws aus der WIFI-Garage zurückzuführen sein.

Bürger*innen wollen an Verbesserungen der Geh- und Radachse arbeiten

Die hohe Zahl an Menschen zu Fuß und mit dem Rad in der Semperstraße zeigt, dass Verbesserungen für aktive Mobilität sinnvoll wären. Deshalb sollten Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität geprüft werden. Besonders notwendig wäre dies im Bereich vor der Albertus-Magnus-Schule zwischen Michaelerstraße und Sternwartestraße. Die Gruppe selbst will im Rahmen des Projekts Semperstraße mit Initiativen zu nachhaltiger Mobilität und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität dazu beitragen.

Hinweis: Dieser Beitrag stammt von Bürger:innen, die sich im Aktionsprogramm Grätzloase engagieren. Für die Inhalte sind die Bürger:innen daher selbst verantwortlich. 

Hinweis: Dieser Beitrag stammt von Bürger:innen, die sich im Grätzllabor engagieren. Für die Inhalte sind die Bürger:innen daher selbst verantwortlich.